Liebe, Lust und eine verhängnisvolle Leidenschaft verspricht der Debütroman von Yona Carlsson, den ich hier vor mir liegen habe. Eine angenehme Haptik hat die Printausgabe und das Cover erotischen Esprit, schon mal ein guter Start. Ob „Kiss of Pain – Im Sog der Leidenschaft“ das auch halten kann, was es verspricht?

Doch zuerst einmal klären wir die Frage, worum es inhaltlich geht. Wir lernen Lydia kennen, ein gefragtes Model, das mit einem erfolgreichen Anwalt zusammen ist. Doch die Langeweile quält sie und so sucht sie in Erotikforen nach einer Ablenkung. Dort lernt sie den geheimnisvollen Ben kennen, der sie direkt in seinen Bann zieht. Eine leidenschaftliche Affäre beginnt, die beide in Abgründe ihrer Seelen blicken lassen. Und es stellt sich die Frage, ob das gut enden wird.

 

Interessanter Aufbau mit niveauvoller Eloquenz

Das Buch ist chronologisch im Tagebuchstil aufgebaut. Statt einem Kapitel haben wir das jeweilige Datum. Das finde ich persönlich nicht schlecht, da man so auch den zeitlichen Rahmen besser abschätzen kann. Wir wechseln zwischen Passagen eines Erzählers und den Textpassagen, die sich die beiden Protagonisten schreiben. Und so beginnen wir auch bei den ersten Nachrichten, in denen sich die Hauptpersonen kennenlernen. Schnell wird klar, dass hier eine gewisse Anziehung vorhanden ist und man kann den Wunsch verstehen, dass die beiden sich kennenlernen möchten. Hier ist der Autorin eine prickelnde Atmosphäre gelungen, die man in so manchem Buch vermisst.

Allerdings habe ich hier bereits gemerkt, dass ich mit der Hauptdarstellerin nicht warm werde. Mir gefallen ihre Wertevorstellungen nicht und auch der Kampf mit sich selbst, dass sie eigentlich eine devote Seite hat, die sie ausleben will, aber dominant agiert. Das macht es mir sehr schwer ihr in ihren Reaktionen zu folgen und nachzuvollziehen.

Sie möchte eine lockere Affäre und betrügt ihren Mann, fühlt sich aber verletzt, wenn ihr Gegenüber in ihr nicht die Frau sieht, mit der er Kinder bekommen und alt werden möchte?  Es entstehen Dialoge, in denen sich die beiden Hauptcharaktere mehr verletzen, als dass sie die Zeit miteinander genießen. Für mich ist das Verhältnis absolut toxisch und das müssen schließlich auch die beiden feststellen. Hier bleibt die Erotik dann leider doch sehr auf der Strecke, da auch die Liebesspiele von Machtkämpfen geprägt sind. Wie das Verhältnis allerdings dann beendet wird, hat mir die Sprache verschlagen und war für mein Subbie-Herz eine echte Qual. Rachegefühle haben im BDSM nichts verloren, hier gibt es leider keinen notwendigen Konsens.

Yona Carlsson zeigt mit ihrem Erstling, dass sie es wirklich versteht, niveauvoll Erotik auf das Papier zu bringen, allerdings würde ich den Roman eher als Erotikroman mit BDSM-Elementen für eine Vanilla Zielgruppe oder Vanilla spicy Zielgruppe kategorisieren. Eingefleischte BDSM-Anhänger, die sich ihren Rollen und dem Konsens bewusst sind, werden hier am Ende eher den Kopf schütteln.

 

Unsere Bewertung:

Entscheide selbst, wie du zu Lydia und Ben stehst

 

Cover: © Schwarze Zeilen Verlag

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