Eine betrunkene Tat, eine Gefängnisstrafe und dann die „große Liebe“? Wenn ihr euch auch schon einmal vorgestellt habt, wie eine Liebe zwischen zwei Männern, hinter Gefängnisstangen aussehen könnte, dann ist „Der Prinz“ von Mario Cruz, das genau richtige Buch für euch! Dieser kurze Liebesroman beschäftigt sich aber nicht nur mit der Liebe, sondern auch um den Kampf um Macht und Dominanz und zeigt ganz klar die verschiedenen Probleme der einzelnen Charaktere, welche sie für ihr Überleben im Gefängnis bewältigen müssen.

 

Macht und Liebesgeflüster hinter Schwedischen Gardinen

Die Geschichte unseres Hauptcharakters Jamie beginnt mit einer betrunkenen Nacht, in welcher er seinen besten Freund umbringt (für welchen er auch Gefühle hatte). Nachdem er dann von der Polizei mitgenommen, physisch misshandelt und dann ins Gefängnis geschickt wird, lernt er „El Potro“ (übersetzt „der junge Hengst“), den Anführer der Häftlinge, kennen. Schnell findet dieser Gefallen an Jamie und beschützt ihn, indem er ihn zu seinem „Prinzen“ macht – das heißt er muss „El Potro“ gegenüber loyal und sexuell gefügig sein, erhält aber dafür Schutz vor den anderen Häftlingen und andere Privilegien, die man im normalen Strafvollzug nicht hat. Jamie entdeckt in ihre gemeinsame Zeit, dass „El Potro“ in Wahrheit ein sehr emphatischer und zuneigungsvoller Mensch ist, diese Seiten aber nicht zeigen kann, da es als Schwäche vor den anderen gelten würde. Schnell steigen die Gefühle zwischen den beiden und Jamie fühlt sich endlich angekommen, doch reicht Jamie das? Was ist, wenn er nicht der „Beschützte“, sondern der „Anführer“ sein will? Und geht es nur ihm so, oder bahnt sich vielleicht ein Machtkrieg an, welcher die Zuneigung der beiden auf die Probe stellen wird?

 

Mario Cruz verdeutlicht in seinem Werk durch die trockene Art in welcher es geschrieben ist, die Realität der unruhigen, politischen und sozialen Geschichte von Chile in den 1970er Jahren und entführt den Leser so in dieses Zeitalter. Seine ungeschönte und knappe Schreibart, hilft das Gefühl von sozialer Ungerechtigkeit, dem Leser näher zu bringen und in Momenten der Zweisamkeit zwischen den beiden Hauptcharakteren, das klare und emotionale Verhältnis der beiden darzustellen. Mein Fazit zu „Der Prinz“ von Mario Cruz ist ein sehr positives. Zwar hätte man das soziale Gefüge/Umfeld indem sich beide Hauptcharaktere befinden noch etwas ausbauen und näher ausführen können, jedoch kommt die Situation der beiden und die damit verwirrenden Gefühle ganz klar zur Geltung und man kann sich sehr gut rein versetzen. Rundum würde ich sagen ein klar gelungener, kurzer Liebesroman, welcher sich nicht davor scheut, Tabus aufzuzeigen und bis heute genauso relevant ist, wie damals!

 

Unsere Bewertung:

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Foto: © Albino

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