„Maharaja – Band 1: Der Prinz“, eine Geschichte im klassischen Zeichenstil von Ligne claire wie etwa auch bei "Tim und Struppi", wird jeden begeistern, der ein Fan von Intrigen, Mordkomplotten durch die britische Krone, gottesfürchtigen Dienstmädchen und Prinzen aus dem Orient ist.

Völlig unterschiedliche Orte, völlig unterschiedliche Figuren, gänzlich andere Handlungen und dennoch schickt die Geschichte den Leser auf eine Reise, ähnlich wie im "Orient-Express", durch die Kultur, aber vor allem die Gelüste aus dem fernen Orient.

Anders als im Orientexpress ist die Geschichte um den jungen, aber vor allem körperlich diplomatischen Prinzen, der Ziel verschiedener Spione und Attentäter aus verschiedenen Teilen der Welt wird, nicht auf einen Zug beschränkt, sondern findet viel mehr an den Ufern des schönen Comer Sees statt.
Während seines Besuches stillt der Prinz nicht nur seine Lust an der Jagd nach wilden Tieren, sondern ebenfalls an ganz anderer Beute und sorgt damit für große Aufregung in der Hotelanlage am Comer See und bei dessen Personal.

 

Eine Krimi mit erotischen Momenten

Der britische Agent, welcher sich anders als der Prinz, nicht zur Entspannung am Comer See aufhält und an den fleischlichen Gelüsten oder der Jagd nach "jungem Wild" kein Interesse zeigt, ist einzig und allein im Auftrag der Krone am Tot des orientalischen Würdenträgers interessiert, aber findet sich dennoch immer wieder in brisanten Situationen wieder, an denen die Besitzerin der kleinen Herberge in der er Unterkunft fand, nicht ganz unschuldig ist.

Ein Auf und Ab an erotischen Momenten, Einblicke in das Kamasutra und die Fesselkünste halten nicht nur die Figuren aus dieser Geschichte, sondern auch den Leser gefesselt.
Trotz der vielen erotischen Stellen, die nicht zu knapp beschrieben und mit viel Liebe fürs Detail dargestellt werden, erweckt "Maharaja" nicht den Eindruck eine plumpe Geschichte zu sein, die damit vollgestopft ist, um zu punkten, sondern erzählt gleichzeitig eine spannende Geschichte voller Intrigen und Spionage im 1. Weltkrieg.

Die einzelnen Passagen und Übergänge der Geschichte sind nahezu alle sehr stimmig und ergeben selbst in Momenten der gemeinschaftlichen Nacktheit Sinn und erwecken nicht den Eindruck sie seien als erotische Lückenfüller entstanden, sondern machen die Story zu einer durchaus witzigen, aber auch mitreisenden Reise durch orientalische und europäische Interessen und Begierden.

Anfangs, so muss ich gestehen, war für mich der Zeichenstil und die Geschichte um einen Mordkomplott in Verbindung mit einem erotischen Comic eher fragwürdig, dennoch hat „Maharaja“ mich mit der Handlung um den selbstbewussten Prinzen, der stets bekommt, was er möchte und dessen Verfolger auf eine Reise zum Comer See mitgenommen.
Wer also ohnehin ein Fan des Zeichenstils, von Geschichten um die britische Krone, deren Intrigen oder dem Orient, sowie einem entsprechenden Anteil an Erotik ist, wird hier vermutlich nicht enttäuscht werden. 

 

Unsere Bewertung:

 

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Cover: © Insektenhaus