„Suspiria aus dem Reich der Finsternis“ ist eine kurze Geschichte im Comicstil, die einen Einblick in die Grausamkeit der düsteren, erotischen Realität und den Schleier, der dahinter liegt, gewährt. Was jemand über sich ergehen lassen kann, wenn man dazu gezwungen ist, um das Überleben zu kämpfen und wie sehr Hilflosigkeit und Macht Hand in Hand gehen, wenn man auf sich alleine gestellt ist.

Ilona ist ein hübsches, junges Mädchen und lebt gemeinsam mit ihrer bettlägerigen und dementen Mutter in einem heruntergekommenen und verwahrlosten, kleinen Haus. Seit dem Tod ihres Vaters kümmert sie sich alleine um Haus und Hof, ist dabei jedoch auf die Großzügigkeit der Männer angewiesen, welche sie besuchen, um den Frust ihrer Ehen an ihr auszulassen und dass zu tun, was sie als ehrfürchtige Diener des Herrn und mit einer ehrbaren Ehefrau nicht wagen würden zu tun.
Ilona selbst erinnert dabei an eine Mischung aus Aschenputtel und Dornröschen, nur dass in dieser Geschichte der Prinz nicht auf einem weißen Schimmel angeritten kommt, um sie in ein besseres Leben zu entführen. Die Rolle des Prinzen, welcher zum Ende jedes Märchens seine Rolle als strahlender Held und Erlöser einnimmt, übernimmt in diesem Band der voyeuristisch veranlagte Schweinehirt und Dorftrottel, welcher zum Ende nicht auf einem weißen Schimmel, sondern auf seinen Schweinen zum etwas anderen Happy End geritten kommt.

 

Der Schein trügt von Beginn an

Welche Rolle die beiden dabei in einem sadistischen Spiel aus Gier, Selbstbefriedigung und Teilnahmslosigkeit dämonischer Wesen zum Zeitvertreib und deren Unterhaltung spielen, bleibt den beiden jedoch verschleiert und lässt auch dem Leser vielleicht die ein oder andere Frage zum Schluss offen.

Die Figuren und Zeichnungen in Suspiria wirken trotz ihrer Schlichtheit sehr lebendig und erzählen eine Geschichte, die den Leser durchaus mitreisen kann. Sowohl der Text als auch die Illustration können durchaus das Gefühle von Erotik, Zuneigung, Mitgefühl, aber auch Hass versprühen und dabei ist Suspiria beim Wechseln der Emotionen nicht geizig. Der Leser wird ständig hin- und hergerissen, so dass man stellenweise nicht weiß, wo der Hass und wo das Mitgefühl anfängt und die Erotik bei diesem Band aufhört.

Als Fazit muss ich klar sagen, dass Suspiria ein erotischer Comic der etwas anderen Art und vermutlich nicht für jeden geeignet ist. Die zum Ende doch sehr füllende Geschichte der Teufel und Dämonen, die sich über das Leid der Menschen auslassen und in diesem ganzen Szenario die Strippen ziehen, wird durchaus eine gewisse Zielgruppe ansprechen, doch eben nur eine Nische. Wer sich also für einen erotischen Comic mit okkultem Hintergrund voller Sadismus und Manipulation durch Teufel und Dämonen interessiert, kann hier durchaus fündig werden.

 

Unsere Bewertung:

 

Jetzt bestellen: Suspiria aus dem Reich der Finsternis - 2. Auflage: Der kleine Tod

 

Cover: © Insektenhaus

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